Use Case 03 · Forderungsanmeldung
Forderungsanmeldungen automatisch zuordnen, prüfen und in die Tabelle aufnehmen
InsO Automation ordnet eingehende Forderungsanmeldungen automatisch dem richtigen Verfahren zu und gleicht den Anmelder gegen die bestehende Tabelle ab. Erkannt werden Forderungsgrund, Hauptforderung, Zinsen und Kosten sowie titulierte Forderungen und Absonderungsrechte. Geänderte Angaben wie eine neue IBAN oder ein neuer Vertreter werden aktualisiert.
Das Problem heute
Forderungsanmeldungen treffen ungeordnet ein, über Wochen verteilt und in jeder denkbaren Form: als Formular, als formloses Anwaltsschreiben, mit oder ohne Anlagen. Bei jedem Eingang läuft derselbe Prüf- und Erfassungsaufwand ab. Er ist repetitiv, aber nicht anspruchslos — wer die Zinsstaffel übersieht oder einen Titel nicht vermerkt, korrigiert das spätestens im Prüfungstermin.
- Zuordnung zum Verfahren und Matching mit bestehenden Gläubigern erfolgt manuell
- Die Aufteilung in Hauptforderung, Zinsen und Kosten muss aus dem Anschreiben herausgearbeitet werden
- Besonderheiten wie Titel oder Absonderungsrechte müssen in jedem Schreiben gesucht werden — die Standardprüfung kostet dadurch viel Zeit
Was InsO Automation übernimmt
Die Anmeldung wird gelesen, dem Verfahren zugeordnet und für die Aufnahme in die Tabelle aufbereitet. Der entscheidende Teil ist dabei nicht das Auslesen der Beträge, sondern das Zusammenführen mit dem, was in Ihrem Verfahren bereits steht: Meldet ein Gläubiger an, der aus der Gläubigeranlage schon bekannt ist, wird die Anmeldung diesem Datensatz zugeordnet — und nicht als neuer Gläubiger daneben geführt.
- Automatische Zuordnung der Anmeldung zum passenden Verfahren
- Abgleich des Anmelders mit der bestehenden Tabelle: Matching auf einen vorhandenen Gläubiger oder Neuanlage
- Aktualisierung geänderter Angaben — Bankverbindung, Vertreter, Anschrift
- Erfassung mit gerichtskonformen Forderungsgründen
- Aufteilung in Hauptforderung, Zinsen und Kosten
- Erkennung und korrekter Vermerk von titulierten Forderungen und Absonderungsrechten
Gerade die letzten beiden Punkte sind der Grund, warum der Prozess aus der Verfahrenspraxis kommen muss und nicht aus einer allgemeinen Belegerkennung: Ein Anwaltsschreiben nennt die Zinsstaffel selten in einer eigenen Zeile, und ein Vollstreckungsbescheid wird nicht immer als solcher angekündigt.
Die Forderungsanmeldung ist zugleich der einzige unserer Use Cases mit einer vorgeschalteten Prüfansicht. Bei allen anderen Prozessen gehen die Daten unmittelbar in die Fachsoftware, weil sie eindeutig genug sind. Eine Anmeldung ist das nicht: Zuordnung, Matching und die Trennung von Hauptforderung, Zinsen und Kosten hängen an Formulierungen, die von Schreiben zu Schreiben abweichen. Deshalb sehen Sie hier das Ergebnis, bevor es in die Tabelle geht.
So läuft es ab
- Eingang der Anmeldung und VerfahrenszuordnungDie eingehende Anmeldung wird gelesen und dem passenden Verfahren zugeordnet — ohne dass jemand vorher sortieren muss.
- Gläubiger-MatchingDer Anmelder wird gegen die bestehende Tabelle abgeglichen: Zuordnung zu einem vorhandenen Gläubiger oder Vorschlag zur Neuanlage. Geänderte Bankverbindungen, Vertreter und Anschriften werden erkannt.
- Auswertung und Aufteilung der ForderungForderungsgrund, Hauptforderung, Zinsen und Kosten werden getrennt erfasst, titulierte Forderungen und Absonderungsrechte vermerkt.
- Prüfansicht und AufnahmeIhr Team sieht jeden Wert mit Quellenverweis auf die Fundstelle im Originaldokument, korrigiert bei Bedarf und gibt die Aufnahme frei. Eingetragen wird anschließend in Ihrer Fachsoftware — optimiert für Winsolvenz und LEXolution.
Kontrolle bleibt bei Ihnen
Hier ist die Grenze besonders deutlich zu ziehen: Die Feststellung oder Bestreitung einer Forderung bleibt vollständig Entscheidung des Verwalters. Die Automatisierung erfasst und strukturiert — sie prüft nicht rechtlich. Sie bewertet weder, ob ein Forderungsgrund trägt, noch ob ein Absonderungsrecht wirksam bestellt wurde; sie liest aus, was angemeldet wurde, und legt es Ihnen geordnet vor.
Jeder erfasste Wert ist mit der Fundstelle im Originaldokument verknüpft, sodass Sie den Beleg nicht suchen müssen, um eine Angabe zu überprüfen. Was in die Tabelle aufgenommen wird, gibt Ihr Team frei; jede Korrektur ist mit Zeitpunkt und Person protokolliert und bleibt bis zum Prüfungstermin nachvollziehbar.
Häufige Fragen zur automatischen Forderungsanmeldung
Wie erkennt InsO Automation, ob ein Gläubiger bereits in der Tabelle steht?
Der Anmelder wird gegen die bestehende Tabelle des Verfahrens abgeglichen — nicht nur über den exakten Namen, sondern auch über Anschrift und Vertreter, weil Schreibweisen zwischen Gläubigerliste und Anmeldung selten identisch sind. Passt die Anmeldung zu einem vorhandenen Gläubiger, wird sie diesem zugeordnet; andernfalls schlägt die Verarbeitung eine Neuanlage vor. Die Entscheidung bestätigt Ihr Team.
Werden Absonderungsrechte und titulierte Forderungen erkannt?
Ja, beides wird erkannt und in der Tabelle entsprechend vermerkt. Das ist einer der Punkte, an denen sich Erfahrung aus der Verfahrenspraxis auszahlt: Weder ein Titel noch ein Absonderungsrecht steht in der Anmeldung zuverlässig an einer festen Stelle. Wo die Angabe nicht eindeutig ist, wird sie zur Prüfung markiert statt stillschweigend gesetzt.
Entscheidet die Software über Feststellung oder Bestreitung einer Forderung?
Nein. Feststellung und Bestreitung bleiben ausschließlich Entscheidung des Verwalters. Die Automatisierung nimmt keine rechtliche Bewertung vor — sie ordnet die Anmeldung zu, liest die angemeldeten Beträge aus und trennt Hauptforderung, Zinsen und Kosten. Was daraus in der Tabelle festgestellt oder bestritten wird, entscheiden Sie.